ENERGETISCHE PSYCHOTHERAPIE
NACH DR. F. GALLO
Ausbildung bei Dr.med. Michael Bohne, Hannover.
Level I, II, Energy Consciousness Therapy (Level III).
Teilnehmer am EP-Kongress 2007 in Heidelberg.
Energetische Psychologie:
Die Psychotherapietechnik des 21. Jahrhunderts oder eine kulturfremde
Provokation?
Von Dr. Michael Bohne
Seit einigen Jahren verbreiten sich einige Psychotherapietechniken, die
sich allesamt mit dem aus der traditionell chinesischen Medizin
bekannten Meridian- und Akupunktursystem beschäftigen. Die zzt.
bekanntesten und am weitesten verbreiteten dürften EDxTM (Energy
Diagnostic and Treatment Methods von Fred Gallo); EFT (Emotional Freedom
Technique von Gary Craig), NAEM (Negative Affect Erasing Method von Fred
Gallo) und TFT (Thought Field Therapie von Roger Callahan) sein. Die
Methoden eint, dass zur Behandlung das Meridiansystem durch Klopfen oder
Berühren der Akupunkturpunkte beeinflusst wird. Sie eint auch, dass das
zu behandelnde Thema vorher herausgearbeitet, bzw. fokussiert werden
muss (was häufig die eigentliche Kunst darstellt). Die Methoden
unterscheidet, dass bei den jeweiligen negativen Gefühlszuständen
unterschiedliche Akupunkturpunkte geklopft werden und auf verschiedene
Art und Weise störende Glaubenssätze oder negative Lebensüberzeugungen,
die als „Psychische Umkehrung“ bezeichnet werden, behandelt werden.
Einige Techniken beklopfen, bzw. behandeln die betreffenden Punkte
„pauschal“ (EFT, NAEM, TFT) andere Techniken (EDxTM) diagnostizieren
vorher, unter anderem durch einen aus der Applied Kinesiology kommendem
Muskeltest, die zu behandelnden Punkte und Glaubenssätze. EFT, NAEM und
TFT eignen sich auch sehr gut als Selbsthilfetechniken, EDxTM braucht
einen Behandler, da das zu behandelnde Problem vorher genau
diagnostiziert wird.
Unabhängig davon sind all diese Techniken nach den jetzigen Erfahrungen
und Beobachtungen sehr wirksam, wenngleich aus wissenschaftlicher Sicht
noch nicht geklärt ist, wie diese Techniken wirken und ob es
Wirkunterschiede zwischen ihnen gibt. Es ist auch vorstellbar, dass es
gar nicht so sehr die Beeinflussung des Energiesystems ist, die wirkt,
sondern eine sehr geschickte und intelligente Aneinanderreihung
verschiedenster Aktivierungen im Gehirn (Problem aktivieren, an
verschiedenen Lokalitäten Klopfen, Summen, Zählen, Summen, Augenrollen,
Sätze sprechen, ins Problem spüren, wieder aktiv sich selbst (be)handeln,
also Klopfen, usw.). Die zukünftigen wissenschaftlichen Untersuchungen
werden hierüber sicherlich Aufschluss geben. Erste wissenschaftliche
Pilotstudien kommen zu gleichen Ergebnissen, wie die Beobachtungen und
Erfahrungen der Anwender.
Egal wie diese Techniken wirken, man kann wohl davon ausgehen, dass sie
in gut ausgebildeten Händen ein hohes Wirkpotential haben. Die
Selbsthilfetechniken, hier vor allem EFT, NAEM und TFT lassen sich
aufgrund der Standardisierung des Behandlungsablaufes auch gut zur
Selbstbehandlung nutzen. Allen Techniken gemein ist jedoch, dass es sich
nicht um Psychotherapiemethoden handelt, sondern um ergänzende
Techniken. Eine Psychotherapiemethode hat ein ausgefeiltes
Erklärungsmodell für das Zustandekommen von psychischen Störungen und
Problemen, sowie ein explizites Menschenbild. Sie beschreibt auch wie
die unterschiedlichen Symptome und Gefühle in Beziehung zueinander und
zur Persönlichkeit des betreffenden Menschen stehen und welche Rolle
oder Position der Mensch innerhalb seines Systems einnimmt, bzw. wie
systemische und über die Generationsgrenzen hinweg wirkende Aspekte die
einzelne Persönlichkeit und den Heilungsverlauf beeinflussen können.
Selbsthilfe versus professionelle Behandlung
Wenn man unter klar umschriebenen negativen Gefühlen wie z.B. Ängsten,
Scham, Eifersucht, Ärger oder Neid leidet, dann können die
Selbsthilfetechniken ohne großen Aufwand in vielen Fällen sehr schnell
sehr gut helfen. Hat man jedoch komplexere Probleme, weiß man vielleicht
gar nicht woran man genau leidet oder ändert sich durch die
Selbstbeklopfung nichts, so sollte man jemanden aufsuchen, der
professionell in Psychotherapie ausgebildet ist und darüber hinaus eine
der neuen energetischen Psychotherapieverfahren beherrscht. Sollten Sie
auch dort keinen Fortschritt machen, sollten Sie ggf. darauf achten,
dass derjenige auch in EDxTM ausgebildet ist. Dies ist eine sehr
differenzierte Diagnostik- und Behandlungstechnik, mit der sich auch
sehr verborgene Blockaden gut auffinden und auflösen lassen. Allerdings
sollten Sie bei allen „Anbietern“ skeptisch sein, wenn diese
Heilsversprechungen machen. Trotz all dieser neuen hochwirksamen
Zusatztechniken, gibt es immer noch Menschen und wird sie immer geben,
die Monate bis Jahre benötigen, bis es ihnen wirklich besser geht.
Manche Veränderung braucht eben Zeit. Das bleibt auch nach Entdeckung
der energetisch wirksamen Techniken so. Allerdings könnte es durchaus
sein, dass Sie, wenn Sie z.B. viele traumatische Erlebnisse hatten, oder
in einem sehr feindseligen Elternhaus ohne verlässlich
Beziehungspersonen aufgewachsen sind, viele Dutzend Therapiestunden
sparen, wenn in der Therapie auch die energetischen Techniken genutzt
werden.
Und es gibt sie wirklich. Die an Wunderheilung grenzenden schnellen
Veränderungen, die von vielen Anwendern beschrieben werden und die sich
durch eine einzige wenige Minuten dauernde Behandlung ergeben, z.B. bei
Ängsten oder traumatischen Erinnerungen. Allerdings wohl nur dort, wo
die Persönlichkeit des betreffenden nicht zu sehr gestört, bzw.
betroffen ist. Und noch etwas bleibt zu beachten. Es gibt in allen
Methoden und Techniken gute und nicht ganz so gute Therapeuten. Auch die
energetischen Techniken werden von einigen Therapeuten besser als von
anderen eingesetzt. Auch bleibt es wichtig, dass Sie vertrauen zu dem
Therapeuten haben können, die therapeutische Beziehung ist nach wie vor
wirksam, egal bei welcher Technik oder Methode. Sie sollten sehr
skeptisch sein, wenn jemand andere Techniken oder Therapiemethoden
entwertet oder zum Besten gibt, alles ausschließlich mit energetischen
Techniken zu behandeln. Was wäre das für ein Handwerker, der sein
bisheriges Werkzeug wegwirft nur weil er ein sehr gutes und wirksames
Spezialwerkzeug neu dazu bekommen hat.
Ablauf einer Behandlung mit energetisch wirksamen Techniken
Wie sieht denn nun so eine Behandlung aus? Der Klient klopft auf
verschiedenen Akupunkturpunkten seines Körpers herum, rollt mit den
Augen, summt, zählt, summt – und spricht ungewöhnlich klingende Sätze
nach, ggf. während der Behandler auf seinen ausgestreckten Arm drückt,
dieser nach dem Aussprechen der vorgegebenen diagnostischen Sätze
bisweilen stark, dann wieder schwach reagiert. Nach diesem ungewöhnlich
anmutenden Procedere hat sich plötzlich etwas Wesentliches in der
emotionalen Reaktion auf zuvor belastende Gedächtnisinhalte verändert.
Die Veränderung vollzieht sich meist so schnell, dass das Gehirn des
Klienten (und bisweilen das der Therapeuten) Mühe hat, sich das
Geschehen zu erklären, es nachzuvollziehen, zu glauben und zu
integrieren.
Wenngleich diese Techniken faszinierend hinsichtlich ihrer Schnelligkeit
und Wirksamkeit sind, so verlangen sie doch einiges von uns ab. Sie sind
insofern für die meisten Menschen eine kulturelle Provokation, da die
meisten wohl wenig bis keine Referenzerfahrung im übrigen Leben mit dem
Beklopfen ihres Körpers zur Problembewältigung haben. Auch lieb
gewordene und vielfach bestätigte Überzeugungen und Erkenntnisse über
die Entstehung und Behandlung von psychischen Problemen müssen im Lichte
dieser Technik neu überdacht werden.
Woher kommt die Energetische Psychologie/Psychotherapie?
Die historischen Wurzeln der Energetische Psychologie liegen in der
traditionell chinesischen Medizin, der Akupunktur und der Applied
Kinesiology (George Goodheart). Väter der Engergetischen Psychologie
waren John Diamond, Roger Callahan, Gary Craig, Fred Gallo und andere.
Sie ist beeinflusst worden von den kognitiv-behavioralen Methoden, der
Psychoanalyse, die Hypnotherapie nach Milton Erickson, dem NLP, den
bioenergetischen Ansätzen, dem EMDR und der modernen Hirnforschung. Sie
steht zudem in der Tradition lösungsorientierter
Kurzzeittherapieverfahren.
Energetische Grundannahmen der Energetischen Psychologie
In der Energetischen Psychologie geht man davon aus, dass der
psychischen Störung eine Störung im körpereigenen Energiesystem, dem
Meridiansystem zugrunde liegt. Negative Erlebnisse, Traumata und
belastende Beziehungserfahrungen schwächen demnach das Energiesystem,
was dazu führt, dass sich eine Symptomatik im Sinne eines negativen
dysfunktionalen Gefühls oder im Sinne eines Glaubenssatzes, bzw. einer
Kernüberzeugung entwickelt und als quasi energetische Narbe persistiert.
Der Vorstellung nach geschieht die Veränderung während der Behandlung
auf energetischer Ebene durch ein Ausbalancieren der zuvor
dysbalancierten Meridiane. Meridiane sind die Energiebahnen des Körpers
in der traditonellen chinesischen Medizin und ihr energetischer Zustand
lässt sich über die Akupunkturpunkte beeinflussen. Die intensive
Einwirkung auf die Akupunkturpunkte löst im Körper Energieblockaden auf,
die bislang auch zur Verfestigung problemstabilisierender Glaubens- und
Wahrnehmungsmuster beigetragen hatten. Hieraus ergeben sich oft schnell
wirksame Selbstheilungsprozesse.
Behandlungsablauf in der Energetischen Psychologie
Zum Beginn der Behandlung ist es wichtig, dass zu behandelnde belastende
Thema einzugrenzen und im Erleben des Klienten (neuronal) zu aktivieren.
Das belastende Thema kann ein traumatisches Erlebnis, eine spezifische
Angst oder andere dysfunktionale negative Emotionen sein. In der
Energetischen Psychologie wird also zunächst das belastende Thema
neuronal über verschiedene Sinneskanäle aktiviert. Dann wird die noch
aktuelle Belastung mittels einer subjektiven Belastungsskala gemessen.
Ist das negative Erleben emotional spürbar, die Belastung subjektiv
erlebbar, so gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Behandlung weiter gehen
kann: entweder man diagnostiziert dezidiert die mit dem betreffenden
Problem in Zusammenhang stehenden Meridiane mittels energetischer
Diagnostik und behandelt diese anschließend (EDxTM), oder man verwendet
standardisierte Behandlungsprotokolle, sogenannte Algorithmen (EFT,
NAEM, TFT), von denen bekannt ist, dass sie sich bei der jeweiligen
Problematik als hilfreich erwiesen haben.
Während der eigentlichen Behandlungssequenz klopfen die Klienten
angeleitet durch den Therapeuten bestimmte Akupunkturpunkte auf den
Meridianen und aktivieren zudem verschiedene Sinneskanäle. Sie machen
Augenbewegungen, summen, zählen, sprechen Affirmationen und klopfen dann
wieder die Akupunkturpunkte. Die meisten Behandlungspunkte liegen im
Gesicht und an den Händen, sind also für den Klienten leicht zugänglich.
Zwischen den Behandlungssequenzen wird immer wieder die aktuelle
subjektive Belastung mittels subjektiver Belastungsskala (SUD) erfragt.
Wenn es gut läuft verändert sich das zuvor als belastend erlebte
Gedanken- und Gefühlsfeld in seiner emotionalen Qualität. Während der
Klopfbehandlung verschwinden oder verwandeln sich in häufig sehr kurzer
Zeit unangenehme Erinnerungen (Traumata), Ängste und irrationale
Glaubenssätze.
Einsatzgebiete der Energetischen Psychologie - Indikationen
Es gibt im Prinzip „nur“ zwei Einsatzgebiete, d.h. Indikationen der
Energetischen Psychologie:
1.Negative störende Gefühle
2.Einschränkende Glaubenssätze
Diese beiden Aspekt kommen jedoch bei jeder psychischen Problematik bzw.
Erkrankung vor. Deshalb klingen die möglichen Anwendungsfelder bei
manchen Autoren auch etwas inflationär.
1. Negative störende Gefühle
Behandelt werden können z.B. folgende belastende negative,
dysfunktionale Emotionen: traumatische Erinnerungen (einschließlich
Flashbacks/Intrusionen), Ängste, depressive Stimmung, Craving
(Suchtdruck), Ärger, Scham, Peinlichkeit, Wut, Schuldgefühle,
Eifersucht, Einsamkeitsgefühle, andere negative Gefühle (z.B. Neid,
etc.).
Da man als nicht psychotherapeutisch ausgebildeter Mensch aber nicht
wissen kann, welche Dimensionen sich ggf. hinter einem negativen Gefühl
verbergen, ist es sinnvoll, bei nicht wirksamer Selbstbehandlung sich
professionelle Hilfe zu holen. Wenn Sie Ihre negativen Gefühle mit den
Selbsthilfetechniken alleine reduzieren oder gar auflösen können und es
Ihnen auch insgesamt besser im Leben geht, dass müssen Sie natürlich
keinen professionellen Therapeuten aufsuchen.
2. Einschränkende Glaubenssätze
Darüber hinaus können (unbewusste) negative Glaubensmuster (Psychische
Umkehrung) behandelt werden, wie z.B.:
„Ich habe es nicht verdient, dieses Problem zu überwinden!“
„Es wird unsicher für mich, wenn ich mein Problem vollständig
überwinde!“
Bei diesen negativen Glaubensmustern ist es oft nicht so einfach, sie
alleine herauszufinden, so dass die „Selbstbehandlung“ ggf. nicht
ausreichen könnte. Das merken Sie daran, dass Ihr Problem entweder gar
nicht kleiner wird oder nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder
auftritt.
Im Anschluss an die Reduktion der negativen Gefühle und Glaubenssätze
können auch Ressourcen aktiviert, bzw. gestärkt werden. Auch die
gewünschten Therapieziele können gestärkt, die Überzeugung, dass sie
erreicht werden, kann vergrößert werden.
Wann sollte nicht geklopft werden - Kontraindikationen
Bei mangelnder Kooperation und Motivation des Klienten sollten die
energetischen Techniken nicht angewandt werden. Auch bei schwereren
psychiatrische Störungsbildern, wie z.B. schizophrene Psychosen,
affektive und schizoaffektive Psychosen und schwere
Persönlichkeitsstörungen sollten die energetischen Techniken nicht
angewandt werden, bzw. nur durch einen professionellen Behandler, der
sehr viel Erfahrung mit diesen Krankheitsbildern hat und auch sonst
umfassend ausgebildet ist.
Psychische Umkehrung, was ist das eigentlich?
Man kann bei uns Menschen bisweilen so etwas wie Selbstsabotage
beobachten. Eigentlich wollen wir etwas, wie z.B. abnehmen, wir können
uns aber nicht motivieren, dies zu tun. Dieses Phänomen wird in der
Energetischen Psychologie „Psychische Umkehrung“ genannt. In der Bibel
befindet sich wohl die früheste Beschreibung einer „Psychischen
Umkehrung“. Paulus beschreibt im Römerbrief seine „Psychische Umkehrung“
folgendermaßen: „...denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich
hasse, das tue ich ... Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute
finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern
das Böse, das ich nicht will, das tue ich." (Rö 7, 15 - 19).
Neben den direkt subjektiv spürbaren Belastungen durch dysfunktionale,
also störende Gefühle, wie Furcht, Angst, Scham, Peinlichkeit,
Traurigkeit oder Ärger, spielen also auch störende Glaubenssätze eine
entscheidende Rolle.
Häufig verhindern diese tiefsitzenden Glaubenssätze, wie z.B. „es ist
für mich gefährlich, wenn ich diese Angst überwinde“, dass der
subjektive Belastungsindex (SUD) durch eine energetische Behandlung
sinkt.
Diagnostiziert wird die „Psychische Umkehrung“ in der EDxTM, indem der
Klient dezidierte Diagnosesätze ausspricht und mit Hilfe eines aus der
Applied Kinesiology kommenden Muskeltestes wird festgestellt, ob das
Energiesystem des Klienten stark oder schwach reagiert. Durch das
Beklopfen bestimmter Akupunkturpunkte und das Aussprechen bestimmter
Sätze wird die „Psychische Umkehrung“ aufgelöst. In EFT und TFT werden
standardisierte Behandlungssequenzen gegen eine mögliche „Psychische
Umkehrung“ genutzt, ohne dass zuvor das Vorhandensein einer „Psychischen
Umkehrung“ dezidiert gesucht wird.
Lokalisation der Veränderung im Körper
Die Behandlung belastender Emotionen zielt quasi direkt auf die
emotionsverarbeitenden Bereiche des Gehirns, das limbische System; die
Behandlung der Glaubenssatz Blockaden, also die Behandlung der
„Psychischen Umkehrung“ zielt in sprachassoziierte, bewusstseinsfähige
Hirnstrukturen, die Großhirnrinde. Je nach Prozessverlauf der Behandlung
und Thema muss mal an der einen Seite, mal an der anderen Seite
interveniert werden. So kann es z.B. sein, dass eine Angst sich auf der
subjektiven Belastungsskala (SUD) von 10 auf 6 nur durch das Klopfen
einiger Akupunkturpunkte reduzieren läßt, dann jedoch nicht weiter fällt
und sich (z.B. mit EDxTM oder einfach durch ausprobieren) auch keine
anderen Akupunkturpunkte finden lassen, mit denen sich der Stress
reduzieren ließe. Behandelt man nun jedoch die durch EDxTM dezidiert
diagnostizierte Umkehrung – also die unbewusste energetische Blockade -,
so kann der subjektive Stresslevel weiter fallen. Eine „Psychische
Umkehrung“ ist quasi ein energetisches Paradoxon. Der Klient sagt z.B.,
er wolle gesund sein, tut nachweislich auch wirklich viel dafür. Sein
Körper, d.h. sein Energiesystem jedoch reagiert vermittels Muskeltest
auf die Aussage: „Ich möchte gesund sein“, mit einer Schwächung. Dies
ist meist sehr überraschend für den Betreffenden, da er ja „eigentlich“
gesund sein will. Eine Behandlung dieser energetischen Blockade führt
dazu, dass der Muskeltest auf den Testsatz stark ausfällt, d.h., dass
der Körper nun auf den gewünschten Satz mit Stärkung reagiert. Häufig
führt dies in der Praxis sofort zu einem weiteren Stressabfall in der
fortgesetzten Behandlung und zu einer deutlichen Besserung des Gefühls.
Oft wird an den diagnostizierten „Psychischen Umkehrungen“ den
Betreffenden plötzlich bewusst, warum bisher eine Besserung blockiert
war. Somit stellt dieser Teil der Behandlung ein einsichtsorientiertes
Herangehen dar. Während sich bei dem einfachen Klopfen der negativen
Affekte häufig die Belastung auflöst, ohne dass jemand der Beteiligten
erklären könnte, warum dies geschieht. Oft zieht die reduzierte negative
Emotionalität eine Änderung der Gedanken (Kognitionen) nach sich. Es
fehlt dann plötzlich die manchmal jahrelang vorhandene emotionale
Grundlage des problematischen, negativen Denkens. Man erlebt Klienten,
die zu Einsichten kommen, ohne dass vom Behandler irgendwelche
Deutungen, Perspektivwechsel oder anderen verbalen Interventionen
durchgeführt wurden.
Erklärungsansätze der „Psychischen Umkehrung“
Bei der „Psychischen Umkehrung“ handelt es sich aus Sicht der
Energetischen Psychologie um einen inneren Zustand der Verneinung, eine
Selbstsabotage, bzgl. des zu behandelnden Themas oder bzgl. des gesamten
Lebens. Roger Callahan hat das Konzept der „Psychischen Umkehrung“
beschrieben. Callahan berichtete von der Beobachtung einer „Psychischen
Umkehrung“ bei einer übergewichtigen Patientin, die seit Jahren
erfolglos immer wieder versuchte abzunehmen. Er wandte das
Muskeltestverfahren an, indem er sie ihren linken Arm horizontal
ausstrecken ließ, während er die Stärke ihres Deltamuskels testete,
indem er ihren Arm nach unten drückte, und sie versuchte, seinem Druck
Widerstand entgegenzusetzen. Zunächst konnte sie seinem Druck
widerstehen, der Muskel testete „stark“, sie ließ sich also nicht
runterdrücken. Dann forderte er sie auf, sich vorzustellen, sie sei so
dünn, wie sie es gerne sein wollte. Anstatt stark zu testen, wie man bei
diesem Bild, das ihr so sehr gefiel, erwarten würde, testete sie jedoch
schwach. Ähnliche Ergebnisse gab es, als sie aussprach, sie wolle dünn
sein. Ihr Arm testete wieder schwach. Als Callahan sie sagen ließ, sie
wolle zunehmen, testete der Arm stark.
Durch Callahan und seine Nachfolger sind die Diagnosesätze zur
„Psychischen Umkehrung“ immer ausdifferenzierter geworden und dieser
Teil der Energetischen Psychologie dürfte für sich eine ganz eigene
faszinierende Entdeckung sein. Aus psychoanalytischer Sicht dürfte es
sich am ehesten um das Konzept des Widerstands handeln. Gemeint sind
jene Beobachtung, dass es Persönlichkeitsanteile gibt, die unbewusst
einer Heilung entgegenwirken, der Patient somit Widerstand gegen die
Behandlung an sich entwickeln kann. Aus Sicht der Energetischen
Psychologie, reagiert sein körpereigenes Energiesystem im Falle einer
„Psychischen Umkehrung“ mit Schwächung bei allem, was mit Heilung und
Zielerfüllung zu tun hat - und mit Stärkung bei allem, was mit
Problemstabilisierung und Verschlechterung zu tun hat. Dies macht auch
deutlich, wie es kommt, dass Klienten manchmal trotz intensiver
therapeutischer Bemühungen sehr lange an bestimmten Problemen
„festhalten“.
Der Vorteil der dezidierten „Umkehrdiagnostik“ mittels Muskeltest, wie
sie in der EDxTM erfolgt, liegt darin, dass oft in wenigen Minuten die
wesentlichen Heilungsblockaden gefunden und behandelt werden können.
Dies ist, wenn man die Hartnäckigkeit solcher Blockaden aus anderen
Psychotherapien kennt, zunächst einmal schwer vorstellbar. Die
Energetische Psychotherapie stellt mit ihren sehr gezielten Fragen eine
Technik zur Verfügung, die gleichsam „Probebohrungen“ in das unbewusste
psychodynamische Konfliktfeld darstellen.
Die energetischen Psychotherapietechniken sind nicht nur gute und
hilfreiche Selbstbehandlungstechniken und Bereicherungen der anderen
Psychotherapiemethoden, sie dürften auch dazu beitragen, dass unser
Verständnis von psychischer Gesundheit und Krankheit wächst und wir
besser verstehen, was es bedarf, dass es uns psychisch, geistig und
körperlich auch anhaltend gut geht.
Ich wünsche Ihnen interessante Erfahrungen mit diesen Techniken. Auf
folgenden Homepages können Sie sich weitergehend informieren:
www.energypsychologyresearch.com
www.energypsych.org
www.energypsych.com
www.emofree.com
Dr. med. Michael Bohne
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Certified Practitioner and Level II Trainer in Energy Psychology and
EDxTM (Energy Diagnostic & Treatment Methods)
Weitere Informationen unter
www.dr-michael-bohne.de
www.energypsych.com die Seite von Fred Gallo
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